Hochwertige Datensätze

Auf dieser Seite stellen wir Informationen zum Thema Hochwertige Datensätzen (HVD) zur Verfügung. Eine ausführliche Zusammenfassung der zugrundeliegenden EU-Durchführungsverordnung ist als Blogpost verfügbar. Oben auf dieser Seite ist eine ausführliche und geprüfte FAQ zu diesem Thema aufgeführt. Weitere Informationen und Beispiele zur technischen Umsetzung finden Sie weiter unten.

Anregungen und Fragen nehmen wir gerne entgegen. Eine ausführliche Hanreichung (PDF) und eine Tabelle (Excel) mit den betroffenen Datenthemen (und identifizierten Datensätzen) hat das Land Bayern für sein Bundesland erstellt.


Häufig gestellte Fragen zum Thema Hochwertige Datensätze (DVO-HVD)

Inhaltsangabe

I. Regelungsinhalt

1. Was ist die Rechtsnatur der Durchführungsverordnung zur Festlegung bestimmter hochwertiger Datensätze und was regelt sie?

Die Durchführungsverordnung (EU) 2023/138 zur Festlegung bestimmter hochwertiger Datensätze und der Modalitäten ihrer Veröffentlichung und Weiterverwendung („DVO-HVD“) soll dafür sorgen, dass Nutzerinnen und Nutzer öffentliche Daten mit hohem sozioökonomischem Wert einfach und kostenlos weiterverwenden können. Die Verordnung erfasst dabei nur solche Datensätze, die öffentliche Stellen (Bund, Länder, Kommunen) bereits erheben und (ggf. auf Anfrage) anbieten. Die DVO-HVD geht zurück auf die Richtlinie (EU) 2019/1024 über offene Daten und die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors („PSI-RL“), die in Deutschland unter anderem durch das Datennutzungsgesetz („DNG“) umgesetzt wurde. Hiernach kann die EU-Kommission sogenannte Durchführungsrechtsakte erlassen, um thematische Kategorien hochwertiger Datensätze festzulegen. Mit der DVO-HVD hat die EU-Kommission für Daten der Kategorien Georaum, Erdbeobachtung und Umwelt, Meteorologie, Statistik, Unternehmen und Eigentümerschaft von Unternehmen und Mobilität besondere (technische) Anforderungen an die Weiterverwendungsmodalitäten festgelegt.

2. Welche Datensätze werden von der DVO-HVD erfasst?

2.1 Müssen Daten erhoben werden?

Die DVO-HVD erfasst nur Datensätze, die öffentliche Stellen (Bund, Länder, Kommunen) bereits erheben und die von ihnen „gehalten“ werden. Sowohl die PSI-RL als auch das DNG regeln ausschließlich die Weiterverwendung bereits vorhandener Inhalte. Mit der DVO-HVD sind keinerlei Erhebungs- oder Bereitstellungspflichten verbunden. Bereitstellungspflichten werden weiterhin durch die bereichsspezifischen Regelungen begründet (z.B. Informationsfreiheitsgesetze und -satzungen, Geodatenzugangsgesetze, das Personenbeförderungsgesetz, etc.).

2.2 Welche Geodaten werden erfasst?

Grundsätzlich sind Geodatensätze erfasst, die in maschinenlesbarem Format in allen Generalisierungsgraden bis zum Maßstab 1:5.000 angeboten werden, und die (kombiniert) den gesamten Mitgliedstaat abdecken. Wenn Datensätze nur in einer anderen räumlichen Auflösung angeboten werden, müssen öffentliche Stellen (Bund, Länder, Kommunen) diese in der verfügbaren räumlichen Auflösung bereitstellen. Eine Pflicht, Daten in anderen Maßstäben zu erheben, besteht nicht. Nach dem Wortlaut der DVO-HVD muss ein Format (1:5.000, bzw. falls nicht verfügbar, z.B. 1:1.000 oder 1:6.000) kostenlos angeboten werden – darüber hinaus jedoch kein weiteres Format.

3. An wen richtet sich die DVO-HVD?

Der Anwendungsbereich der DVO-HVD bezieht sich auf „öffentliche Stellen“ im Sinne der PSI-RL. Dazu zählen der Staat, Gebietskörperschaften, Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder Verbände, die aus einer oder mehreren dieser Körperschaften (oder Einrichtungen des öffentlichen Rechts) bestehen. „Einrichtungen des öffentlichen Rechts“ sind dabei Rechtspersönlichkeiten, die im Allgemeininteresse liegende Aufgaben nicht-kommerzieller Art erfüllen. Sie werden überwiegend vom Staat, von Gebietskörperschaften oder anderen Stellen des öffentlichen Rechts finanziert, unterliegen deren Aufsicht oder die Mitglieder ihrer Führungsorgane sind mehrheitlich von Staat, Gebietskörperschaften oder anderen Einrichtungen des öffentlichen Rechts ernannt worden. Dementsprechend gilt die DVO-HVD für Bund, Länder und Kommunen – sowie für alle sonstigen Einrichtungen, die mindestens eines dieser Merkmale erfüllen.

4. Müssen alle Stellen hochwertige Datensätze anbieten, auch wenn diese bereits an anderer Stelle verfügbar sind?

Vom Standpunkt der Nutzerinnen und Nutzer aus betrachtet, ist es nachrangig, wo die hochwertigen Datensätze zu finden sind. Sie müssen primär in der Lage sein, einen Datensatz auf einer entsprechenden Liste (einschließlich Metadatenbeschreibung, etc.) zu finden und ihn unter DVO-HVD-Bedingungen weiterzuverwenden. Die Frage, von welcher Stelle und in welcher Form die Daten veröffentlicht werden, ist zweitrangig. Wenn mehr als eine Stelle dieselben hochwertigen Datensätze anbietet, sollte diejenige, die sie ggf. nicht direkt veröffentlicht, den interessierten Nutzerinnen und Nutzern mitteilen, wo die relevanten Datensätze zu finden sind. Dies sollte öffentlich geschehen, und zwar online und beispielsweise per Hyperlink.

II. Technische Umsetzungsfragen

5. Wie sollen hochwertige Datensätze in ihren Metadaten als solche gekennzeichnet werden?

Hochwertige Datensätze sollen in ihrer Metadatenbeschreibung als solche gekennzeichnet werden. Die jeweilige Kategorie muss gemäß der DVO-HVD ausgewiesen werden, und die Metadaten der hochwertigen Datensätze müssen die für die jeweilige Kategorie angegebenen Eigenschaften umfassen. Letztere können je nach Kategorie auch durch andere jeweils referenzierte Verordnungen bzw. domänenrelevante Standards beschrieben werden (z.B. INSPIRE). Bis zur finalen europäischen Einigung auf eine einheitliche Metadatenkennzeichnung empfiehlt sich die DCAT-AP-konforme Kennzeichnung, wie weiter oben gezeigt. GovData begleitet die Entstehung des neues Metadatenstandards DCAT-AP HVD, um eine abgestimmte Auszeichnung in den Metadaten sicherzustellen.

6. Unter welchen Rahmenbedingungen sollen hochwertigen Datensätze zugänglich gemacht werden?

6.1 Was gilt bei gemeinfrei gewordenen oder von vorn herein nicht schutzfähigen hochwertigen Datensätzen?

Hochwertige Datensätze dürfen nur dann unter Nutzungsbedingungen (Lizenzen) bereitgestellt werden, wenn die handelnde öffentliche Stelle über entsprechend lizenzierbare Rechtspositionen verfügt. Es ist dabei unerheblich, ob es sich bei diesen Rechtspositionen um zivilrechtlich begründete Ausschließlicheitsrechte handelt, etwa um solche gemäß Urheberrechtsgesetz, oder um andere Arten von Befugnissen der Zugangskontrolle. Anderenfalls kann es zu einer sogenannten Schutzrechtsberühmung kommen, also einem Suggerieren rechtlicher Kontrollbefugnisse, die in Wahrheit nicht bestehen. Bestehen keine lizenzierbaren Ausschließlichkeitsrechte im zivilrechtlichen Sinne – was nach deutschem Recht etwa bei amtlichen Werken im Sinne des § 5 Urheberrechtsgesetz der Fall ist – und auch keine sonstigen Befugnisse zur Zugangskontrolle, sind hochwertige Datensätze entsprechend bei der Bereitstellung vorzugsweise mit schlichten Hinweisen darauf zu versehen, dass keine Verwendungseinschränkungen bestehen.

6.2 Welche Lizenzen dürfen bzw. sollten bei Bereitstellung von hochwertigen Datensätzen eingesetzt werden?

Bestehen lizenzierbare Rechtspositionen, auf die sich die handelnde Behörde auch berufen kann (siehe auch vorige Ziffer 6.1), sollen öffentliche Stellen gemäß der DVO-HVD hochwertige Datensätze einheitlich unter der „Creative Commons Public Domain Dedication“ (CC-Gemeinfreigabe, CC0) oder der Lizenz „Creative Commons BY 4.0“ (CC-Namensnennung, CC-BY; https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/) zugänglich machen. Alternativ können Bereitstellende ihre hochwertigen Datensätze zwar auch unter einer gleichwertigen oder einer weniger einschränken-den offenen Lizenz anbieten. Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch, dass die von der DVO-HVD verlangte Weiterverwendbarkeit strukturell erschwert wird, je mehr unterschiedliche Lizenzen im Gesamtsystem im Einsatz sind. Die Verwendung einzig einer anderen als den oben genannten CC- Lizenzen ist daher nur dann angezeigt, wenn es dafür im Einzelfall zwingende Gründe gibt. Stets sollte dann die Möglichkeit einer Bereitstellung nicht nur unter dieser abweichenden Lizenz, sondern zusätzlich auch unter CC0 bzw. CC-BY 4.0 geprüft werden, sogenannte Doppel- oder Parallellizenzierung. Im vorgenannten Sinne abweichende Lizenzen dürfen zudem höchstens eine Anforderung bezüglich der Namensnennung festlegen, wie es etwa die Datenlizenz Deutschland - Namensnennung - 2.0 tut.

Zudem darf von Weiterverwendern verlangt werden, dass sie bereitgestellte Aktualisierungen von Datensätzen bei sich nachvollziehen und den Zeitpunkt solcher Aktualisierungen angeben – sofern dadurch die Weiterverwendung nicht eingeschränkt wird. Dies scheint an die Namensnennungsbedingung der CC-Lizenzen angelehnt zu sein, die Weiterverwendern eine ähnliche Pflicht allerdings für den Fall auferlegt, dass sie aus eigenem Antrieb Änderungen am lizenzierten Material vornehmen. Eine Nach-Aktualisierungspflicht, die durch Aktualisierungen seitens des ursprünglichen Bereitstellers der Daten ausgelöst wird, erfordert dagegen eine dauerhafte Überwachung der Aktivitäten dieses Bereitstellers. Der für eine solche Überwachung erforderlichen Ressourceneinsatz schränkt die Weiterverwendung zwangsläufig ein. Die entsprechende Aussage in der DVO-HVD kann daher nur so gemeint sein, dass eine Nach-Aktualisierungspflicht allenfalls im Umfeld der Bereitstellung verlangt werden kann, nicht aber hinsichtlich der Nutzungsbedingungen der Daten selbst. So verstanden dürfen eingesetzte Lizenzen zwar keine Nach-Aktualisierungspflichten enthalten, wohl aber etwa API-Nutzungsbedingungen, die das Verhältnis zwischen Datenbereitsteller und Datenabfragenden jenseits des Datenmaterials selbst regeln. Weder die oben genannten CC-Lizenzen noch die Datenlizenz Deutschland enthalten eine solche Nach-Aktualisierungspflicht, sind von diesem Aspekt also nicht betroffen.

Übrigens: Damit eine Lizenz mit ihren Bedingungen (bspw. Namensnennung) auch maschinenlesbar ist, muss sie korrekt semantisch ausgezeichnet werden. Für die Lizenz muss eine permanente URI angegeben und die Namensnennung in einem semantisch ausgezeichneten Feld beschrieben werden. In DCAT-AP.de sind entsprechende Felder vorhanden. Beispiele für andere Varianten der Auszeichnung sind z.B. hier (in einer einfachen Variante), hier (ausführlicher) und hier (ein Wizzard mit verschiedenen Ausgabemöglichkeiten) beschrieben.

7. Welche technischen Anforderungen bestehen an den Massen-Download via Anwendungsprogrammierschnittstellen?

Hochwertige Datensätze sollen in maschinenlesbarem Format über Anwendungsprogrammierschnittstellen („APIs“) und ggf. auch als Massen-Download zur Verfügung gestellt werden. Bei der Bereitstellung der Lizenzinformation und -bedingungen in maschinenlesbarem Format sollte die Codeliste des Amtes für Veröffentlichungen der Europäischen Union verwendet werden, siehe bspw. hier für die CC BY 4.0 Lizenz. Informationen zur Lizenz sollten mit der Eigenschaft dct:licence (bzw. dcterms:licence) und einem maschinenlesbaren, differenzierbaren URI Wert (dauerhafter Link) und RDF Representation bereitgestellt werden. Soweit eine Lizenz verwendet wird, die mitgliedstaatsspezifisch oder individuell ist, wird empfohlen die Gleichwertigkeit zu CC-BY 4-0 Lizenz maschinenlesbar mit der Eigenschaft rdfs:seeAlso zu kennzeichnen. Sie bezieht sich auf einer gleichwertigen Referenz, die sich auf die Codeliste des EU Veröffentlichungsamtes beschränkt.

Beim „Massen-Download“ handelt es sich um eine Funktion, die das Herunterladen eines vollständigen Datensatzes in einem oder mehreren Paketen ermöglicht. Die API kann beispielsweise durch direkten Zugriff auf Download-Dienste auf der Grundlage der INSPIRE-Richtlinie erfolgen. Die technische Umsetzung erfolgt über die Angabe mindestens einer der folgenden Parameter:

  • Access URL (Dcat:accessURL) - URL, die den Zugriff auf eine Verteilung des Datensatzes ermöglicht. Die Ressource unter der Zugriffs-URL kann Informationen darüber enthalten, wie man den Datensatz erhält
  • Download URL (Dcat:downloadURL) - URL, die einen direkten Link zu einer herunterladbaren Datei in einem bestimmten Format darstellt.

WFS zählt als API und über WFS Stored Queries können Massen-Downloads vorgenommen werden. ATOME ist dagegen nur für Massen-Downloads, nicht aber als API anerkannt.

III. Organisatorische Umsetzungsfragen

8. Wie erfolgt die Berichterstattung an die EU?

Spätestens am 9. Juni 2024 muss Deutschland seiner Berichtspflicht nachkommen und die EU-Kommission über die Maßnahmen informieren, die von Bund, Ländern und Kommunen zur Umsetzung ergriffen wurden. Gemeldet werden müssen:

  • eine Liste der hochwertigen Datensätze von Bund, Ländern und Kommunen (mit Online-Verweis auf Metadaten gemäß bestehender Standards, z. B. auf ein zentrales Register oder einen Katalog offener Daten);
  • zu jedem hochwertigen Datensatz ein dauerhafter Verweis auf die Lizenzbedingungen der Weiterverwendung;
  • zu jedem hochwertigen Datensatz ein dauerhafter Verweis auf die APIs, die den Zugang ermöglichen;
  • sofern verfügbar, Hinweise für die Veröffentlichung und Weiterverwendung der hochwertigen Datensätze sowie auf vorhandene Datenschutz-Folgenabschätzungen;
  • die Zahl der öffentlichen Stellen, die von der Ausnahmeregel Gebrauch gemacht haben.

Derzeit wird mit GovData über technische Möglichkeiten beraten, wie die Meldung der verschiedenen Stellen effizient und aufwandsarm direkt an das Metadatenportal vollzogen werden kann.

IV. Konformität und Konkurrenzen mit Nationalem und Unionsrecht

9. Verstößt die DVO-HVD durch die Verpflichtung von Kommunen gegen Subsidiaritätsregeln?

Die europarechtliche Verpflichtung der kommunalen Ebene, bereits angebotene hochwertige Daten auch unter bestimmten Weiterverwendungsbedingungen anzubieten verletzt nicht das Subsidiaritätsprinzip .Die Angelegenheit kann nämlich nicht effizienter auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene geregelt werden. Eine hierzu durchgeführte Expertenkonsultation und Folgenabschätzung haben gezeigt, dass die DVO-HVD im Einklang mit dem Prüfverfahren und den Subsidiaritätsanforderungen der PSI-RL steht. Das Handeln auf europäischer Ebene stellt die Kohärenz des wachsenden EU-Datenmarktes sicher. Es wirkt nationaler Fragmentierung entgegen und achtet dabei auf die Komplementarität mit bestehenden Rechtsakten. Bei hochwertigen Datensätzen handelt es sich um Informationen des öffentlichen Sektors, die, wenn sie in offenem und wiederverwendbarem Format zur Verfügung stehen, einen erheblichen Nutzen für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in Europa bringen. Da die europäische DVO-HVD nur Datensätze, die bereits bereitgestellt werden, horizontal als hochwertige Datensätze festgelegt, konkretisiert sie bestehende Bereitstellungspflichten. Sie begründet jedoch keine neuen Bereitstellungspflichten. Dies bleibt weiterhin dem nationalen Gesetzgeber überlassen.

10. Wie verhält sich die Unterkategorie „Verkehrsnetze“ der DVO-HVD zur INSPIRE-Richtlinie und zur Richtlinie für die Einführung intelligenter Verkehrssysteme im Straßenverkehr?

Die PSI-RL stellt im Verhältnis zu der Richtlinie 2007/2/EG zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft („INSPIRE-Richtlinie“) und Richtlinie 2010/40/EU zum Rahmen für die Einführung intelligenter Verkehrssysteme im Straßenverkehr und für deren Schnittstellen zu anderen Verkehrsträgern („IVS-Richtlinie“ ) nur einen Mindeststandard für Weiterverwendungsbedingungen auf. Gleichzeitig berücksichtigt die DVO-HVD die Umsetzung der sektoralen Regelungen der INSPIRE- und IVS-Richtlinie. Verpflichtungen (bestimmter) privater Unternehmen, ihrerseits Daten bereitzustellen, bleiben auch nach einer Qualifikation als hochwertige Datensätze bestehen. Die PSI-Richtlinie setzt die sektoralen Regelungen nicht außer Kraft. So gelten bspw. die Anforderungen der INSPIRE-Richtlinie hinsichtlich der Datenqualität und Interoperabilität fort . Außerdem sieht die PSI-Richtlinie Ausnahmen für die Qualifizierung als hochwertige Datensätze sowie für deren Kostenlosigkeit vor .

 

Weitere Informationen zur Umsetzung von HVDs

Hier ist der aktuellen Stand des Diskurses zur Auszeichnung und Beschreibung von sogenannten Hochwertigen Datensätzen (HVD) mittels eines DCAT-AP konformen Metadatensatzes (folgend HVD-Metadaten) zusammengefasst. Dabei beziehen wir uns auf DCAT-AP HVD, dessen finaler Status „SEMIC Recommendation“ ist. Grundsätzlich lässt die Durchführungsverordnung zu HVD (HVD DVO) den Weg der Umsetzung offen, es gibt allerdings einen standardisierte Umsetzungsvorschlag durch die SEMIC, den GovData unterstützt und auf den sich das Folgende bezieht.

 

Allgemein

Die HVD-Metadaten müssen, neben grundsätzlichen Angaben wie bspw. Titel, Beschreibung, Zuständigkeit und Adresse zum Abruf, nur wenige zusätzliche Angaben enthalten. Maßgeblich sollen HVD als solche gekennzeichnet sein, die jeweilige Kategorie muss gemäß der HVD DVO ausgewiesen werden und die HVD-Metadaten müssen die für die jeweilige Kategorie angegebenen Eigenschaften umfassen. Letztere können je nach Kategorie auch durch andere jeweils referenzierte Verordnungen bzw. domänenrelevante Standards beschrieben werden (z.B. INSPIRE). Die aus der HVD DVO entstehende Pflicht zur Berichterstattung kann über die Kataloge der nationalen Datenportale, hier GovData, erfolgen.

 

Relevante Standards und technische Grundlagen

Die im folgenden beschriebenen Strukturen basieren auf DCAT3, einem Standard des W3C. GovData erfasst, wie viele europäische Portale, DCAT-AP konforme Metadaten. Der abgeleitete nationale Standard ist DCAT-AP.de. Im Sinne der Durchführungsverordnung können verschiedene Ressourcen als HVD ausgewiesen werden, die wichtigsten sind Datensätze und Datenservices. Die Anforderungen an Datenservices sind dabei tendenziell umfassender und komplexer, weswegen sich die folgenden Angaben auf die Angaben konzentrieren die alle Ressourcen betreffen.

 

DCAT-AP-konforme Kennzeichnung von Hochwertigen Datensätzen und Zuordnung zur HVD-Kategorie

Eine Bedingung ist, dass HVD als solche ausgewiesen werden. Dies geschieht mittels der Eigenschaft dcatap:applicableLegislation die auf eine dcatap:LegalResource (bevorzugt eli:LegalResource) verweisen muss. Im Kontext von HVD muss deren Wert mindestens den ELI Identifikator (http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2023/138/oj) der HVD DVO enthalten. Zusätzlich muss die HVD-Kategorie gemäß des Anhang I der Verordnung ausgewiesen werden. Dazu wird dcatap:hvdCategory verwendet, das als Wert den Eintrag der (Haupt-)Kategorie aus EU Vocabularies HVD Categories verlangt. Beide Eigenschaften dürfen mehrfach vorkommen (z.B. ein Datensatz erfüllt verschiedene Richtlinien und/oder gehört zu mehreren Kategorien).

 

Berichterstattung

Eine (automatisierte) Bereitstellung eines Katalogs, bestehend aus allen Einträgen der nationalen Datenportale, die als HVD ausgezeichnet sind, bietet sich als Berichterstattung an. Diesen Katalog kann GovData automatisch bereitstellen. Der Katalog kann mittels eines Profils DCAT-AP HVD auf formale Kriterien hin validiert werden. Neben den genannten Kriterien der Auszeichnung sind das für Datensätze allgemein beispielsweise das Vorhandensein einer Distribution (dataset distribution, dcat:distribution) mit einer Adresse zum Abruf (dcat:accessURL).

 

Beispiel eines HVD-Metadatensatzes

Im Folgenden ein Minimalbeispiel für einen validen HVD-Metadatensatz im Format Turtle. Zu beachten ist, dass diese Anforderungen nicht, die sich aus der jeweiligen Kategorie (z.B. „Georaum“) ergebenden, domänenspezifischen Anforderungen an HVD erfüllt, sondern nur die abstrakten Anforderungen, die sich zusätzlich aus der Tatsache ergeben, dass es sich um einen HVD handelt. Beispielsweise gelten für verschiedene Datensätze, die aus der INSPIRE Richtlinie hervorgehenden Angabe der Metadatenelemente als verpflichtend, die in der entsprechenden Verordnung (Seite 12 ff.) festgelegt sind.

 
Metadatensatz eines Datensatz der eine Bienenpopulation beschreibt

(Beispiel angelehnt an die offizielle DCAT-AP Dokumentation)

#Anmerkungen sind durch das „#“-Symbol gekennzeichnet. Die beiden fett hervorgehobenen Eigenschaften sind dabei HVD spezifisch und gemäß DCAT-AP HVD.

prefix : <http://www.example.org/rdf#> #Beispielnamensraum
prefix dcat: <http://www.w3.org/ns/dcat#> #DCAT3 Vokabular
prefix dcatap: <http://data.europa.eu/r5r/> #Namensraum für DCAT-AP definierte Eigenschaften
prefix dct: <http://purl.org/dc/terms/> #Dublin Core Vokabular

#Weist das Objekt http://www.example.org/rdf#/dataset_bienen als Datensatz aus.
:dataset_bienen a dcat:Dataset;
   
   #Titel des Datensatzes
   dct:title "Erhebung der Bienenpopulation"@de;

   #Beschreibung des Datensatzes
   dct:description "Der Datensatz umfasst die Bienenpopulation gemäß einer jährlichen Umfrage von Imker:innen und Landwirt:innen.“@de;

   #HVD DVO zur Bereitstellung von HVD
   dcatap:applicableLegislation <http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2023/138/oj>;


   #HVD Kategorie „Erdbeobachtung und Umwelt“
   dcatap:hvdCategory <http://data.europa.eu/bna/c_dd313021>;


   #HVD müssen Distributionen angeben.
   dcat:distribution :distribution_bienen.

#Weist das Objekt als Distribution aus.
:distribution_bienen a dcat:Distribution;

   #Auch für die Distribution muss auf die Kategorie und Rechtsakt verwiesen werden.
   dcatap:applicableLegislation <http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2023/138/oj>;
   dcatap:hvdCategory <http://data.europa.eu/bna/c_dd313021>;


   #URL für direkten Zugriff auf die Distribution (Download)
   dcat:accessURL <http://download.example.org/bulk/distribution_bienen>.

 

(Stand: 16.02.2024)